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Alt 28.12.2009, 23:37   #1 (permalink)
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Standard Holzständerbau abändern

Hallo,
wir haben ein Holzständerhaus und möchten die zusammengefallene Dämmung austauschen gegen Multipor (xella) Dämmsteine bzw. Dämmplatten. Die Plastikfolie die heute noch vor der Dämmung bzw. hinter der Spanplatte hängt soll auch weg. Vom reinen Dämmwert her ist der Multipor sogar etwas besser als die ursprüngliche Dämmung.

( Multipor ist wohl etwas anders als eine Calziumsilikatplatte / Stein, Multipor soll deutlich besser isolieren können bei weniger Wasseraufnahmefähigkeit).
  • Ist das zu empfehlen ?
  • Hat das schon mal jemand gemacht ?
Immer alles nur totdämmen kanns doch nicht sein. Es muß doch Alternativen geben.

Calciumsilikatplatte
Baustoffklasse: A1 nicht brennbar
Wärmeleitfähigkeit: λ ca. 0,065 W/(m·K)
Wasserdampfdiffusionswiderstandszahl µ : 5–20
diffusionsäquivalente Luftschichtdicke (sd-Wert) bei 5 cm - Platte = µ · 0,05 = 0,25–1 m
Rohdichte: ca. 300 kg/m³
Wasseraufnahmekoeffizient (w-Wert):
Druckfestigkeit: 0,5–1,5 N/mm²
DIN EN 14306

Multipor:
MULTIPOR
® Mineraldämmplatte MULTIPOR® Leichtmörtel

Masshaltigkeit (mm) ± 1 pro Platte allseitig
Rohdichte (kg/m
3) 115
Wärmeleitfähigkeit (W/mK)
lD = 0.045 l10. dry = 0.18
Wasserdampfdiffusions- μ = 3 μ = 10
widerstandszahl diffusionsoffen
Baustoffklasse A1 = nicht brennbar
Druckfestigkeit (N/mm
2) im Mittel > 0.35 CS II - 1.5 - 5.0

Zugfestigkeit (N/mm
2) 0.08

Als Fassade soll später außen dran der WDF von Schlagmann Poroton ( Ziegelstein mit Perlitfüllung )

Format / Dicke des Steins
18,0 cm

Bemessungswert der Wärmeleitfähigkeit
0,065 W/(m2K)

Verbesserter Wärmedurchgangskoeffizient
(U-Wert)
einer Bestandswand mit U-Wert 1,1

0,27 W/(m
2K)

Nach EnEV geforderter Wärmedurchgangskoeffizient
(U-Wert)
einer sanierten Wand

0,35 W/(m
2K)

Druckfestigkeitsklasse
2

Rohdichte Ziegel verfüllt [kg/dm
3]
0,40

Brandschutz * Baustoffklasse A
Okalhaus ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 04.01.2010, 11:44   #2 (permalink)
Moderator
 
Registriert seit: 01.08.2008
Beiträge: 283
Standard

Hallo Okalhaus,

ein frohes neues Jahr wünsche ich Ihnen.

Ich versuche den von Ihnen geplanten "neuen Wandaufbau" noch einmal nachzuvollziehen: Sie wollen das Holzständerwerk mit Multipor als Dämmung ausmauern und davor eine zweite Wand aus Poroton-Steinen setzen, die dann, mit einem Außenputz, als Fassade dienen soll?
Das ist eine Konstruktion, die ein Fachmann (Architekt) bauphysikalisch überprüfen sollte, zumal Sie die Folie in der Wand entfernen wollen.

Holzständerwerke von Okal waren für die damaligen Verhältnisse eine ausreichende Wandkonstruktion und da Sie nichts von Schäden schreiben wohl auch bauphysikalisch in Ordnung. Darum sollten Sie meiner Meinung die Wand auch wieder so dämmen, wie es vorher war. Verstärken Sie die Ständerwerke mit Latten, damit eine dickere Dämmung Platz findet und verkleiden Sie das Haus mit einer Fassadenbekleidung aus Holz oder anderen Materialien. Wichtig dabei ist eine funktionierende Dampfsperre, innen, vor der Dämmung. Diese Funktion hat bisher die Folie übernommen und kann sie evtl. auch weiterhin erfüllen, wenn sie unbeschädigt ist.
Das alles hat nichts mit totdämmen zu tun, Gebäude mit Außenwänden aus Ständerwerken sind nun mal nicht mit gemauerten Außenwänden zu vergleichen und reagieren sehr kritisch auf Durchfeuchtungen, die durch einen falschen Wandaufbau entstehen.
__________________
Dieter Ehlers
Dipl.-Ingenieur, Architekt
www.frag-einen-bauprofi.de
www.bauemotion.de
Bauprofi ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 19.01.2010, 17:48   #3 (permalink)
 
Registriert seit: 02.02.2009
Beiträge: 1
Standard Nicht nur den Wandaufbau berücksichtigen!

Hallo Okalhaus,

um Ihnen genauere Informationen zu Ihrem gewünschten Sanierung des Wandaufbaus geben zu können benötige ich weitere Informationen zu vorhandenen Baumaterialien und vor allem zum Baujahr.

Wie groß soll der Aufwand der Sanierungsmaßnahme werden? Komplettsanierung oder nur "Auffrischung" der Fassade?

Daher nur ein paar grundsätzliche Anmerkungen zur Sanierung von Fertighäusern in Holztafelbauweise - egal von welchem Hersteller:

- bis ca. 1982 war es "Stand der Technik" die äußere Beplankung aus Asbestfaserzementplatten aufzubringen. Diese Platten bilden in ihrer gebundenen Form geringe Gefahren. Jedoch birgt jegliches Zerstören, Durchbohren, Demontage, etc. die Gefahr feinste Staubpartikel in die Umgebung auszustoßen. Diese sind krebseregent.
==>Daher dürfen solche Arbeiten nur von Fachfirmen durchgeführt und müssen beim zuständigen Bauamt angemeldet werden.

- ähnliches gilt für die Holzfaserplatte und die eingebrachte Dämmung, da bei der Herstellung schädliche Holzschutzmittel verwendet wurden.

- die beschriebene Innere Folie ist meist nur eine PE-Folie, die leider auch nicht immer dicht ausgeführt wurde. Vor allem bei Überlappungen und Durchdringungen wie z.B. bei Steckdosen wurde die Folie beschädigt.
==>Ein kompletter Austausch der Folie ist daher notwendig und sinnvoll.

Die große Gefahr bei solch einer Sanierung ist es die Folien (dampfdicht oder diffusionsoffen) falsch anzuordnen und sich somit den Taupunkt in die Konstruktion zu holen und somit einen zukünftigen Bauschaden zu provozieren. Stichwort "Kaputtsanieren".

Da jedoch nicht der Wandaufbau die größte Thermische Schwachstelle in einem Holztafelhaus ist, sondern eher Fenster, Rollladenkästen, oder alte Heizung empfiehlt es sich nicht nur den Wandaufbau zu verbessen sondern eine komplette Bestandsanalyse durchzuführen.

Daher kann ich mich nur dem "Bauprofi" anschließen und Ihnen den Tipp geben sich durch einen Fachmann beraten zu lassen, der nicht nur den Wandaufbau sondern das komplette Haus in Augenschein nimmt.

Viele Grüße aus dem Rheinland,

Christian Kistner M.A.
baukist ist offline   Mit Zitat antworten
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